1
0
mirror of https://github.com/php/doc-de.git synced 2026-03-24 07:12:15 +01:00
Files
archived-doc-de/language/enumerations.xml
Martin Samesch 7ae9261232 Sync with EN
2025-10-09 21:31:17 +02:00

1082 lines
29 KiB
XML

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<!-- EN-Revision: 2e5f2910f3a2a95dcbdaf580ba57a0b60b072c2a Maintainer: samesch Status: ready -->
<!-- Reviewed: no -->
<chapter xml:id="language.enumerations" xmlns="http://docbook.org/ns/docbook">
<title>Aufzählungen (Enum)</title>
<sect1 xml:id="language.enumerations.overview">
<title>Übersicht über Aufzählungen</title>
<?phpdoc print-version-for="enumerations"?>
<para>
Aufzählungen, oder kurz "Enums", ermöglichen es einem Entwickler,
benutzerdefinierte Typen mit einer begrenzten Anzahl möglicher Werte zu
definieren. Dies kann besonders bei der Definition eines Domänenmodells
hilfreich sein, da es ermöglicht, "ungültige Zustände nicht darzustellen".
</para>
<para>
Enums gibt es in vielen Programmiersprachen mit einer Vielzahl
unterschiedlicher Eigenschaften. In PHP sind Enums eine besondere Art von
Objekten. Die Enum selbst ist eine Klasse und jeder in ihr definierte Fall
(Case) ist eine Instanz dieser Klasse. Das bedeutet, dass Enum-Fälle
gültige Objekte sind und überall dort verwendet werden können, wo ein
Objekt verwendet werden kann, einschließlich Typprüfungen.
</para>
<para>
Das bekannteste Beispiel für Aufzählungen ist der eingebaute Typ Boolean.
Dies ist ein Aufzählungstyp mit den zulässigen Werten &true; und &false;.
Enums ermöglichen es Entwicklern, ihre eigenen, beliebig robusten
Aufzählungen zu definieren.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.basics">
<title>Grundlagen der Aufzählungen</title>
<para>
Enums sind ähnlich wie Klassen und teilen sich die gleichen Namensräume
wie Klassen, Schnittstellen und Traits. Sie können auch auf die gleiche
Weise automatisch geladen werden. Eine Enum definiert einen neuen Typ, der
eine feste, begrenzte Anzahl von möglichen zulässigen Werten hat.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum Suit
{
case Hearts;
case Diamonds;
case Clubs;
case Spades;
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Diese Deklaration erzeugt einen neuen Aufzählungstyp namens
<literal>Suit</literal>, der genau vier zulässige Werte hat:
<literal>Suit::Hearts</literal>, <literal>Suit::Diamonds</literal>,
<literal>Suit::Clubs</literal>, und <literal>Suit::Spades</literal>.
Variablen kann einer dieser zulässigen Werte zugewiesen werden. Eine
Funktion kann gegen einen Aufzählungstyp typgeprüft werden; in diesem Fall
dürfen nur Werte dieses Typs übergeben werden.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
function pick_a_card(Suit $suit)
{
/* ... */
}
$val = Suit::Diamonds;
// OK
pick_a_card($val);
// OK
pick_a_card(Suit::Clubs);
// TypeError: pick_a_card(): Argument #1 ($suit) must be of type Suit, string given
pick_a_card('Spades');
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Eine Aufzählung kann null oder mehr <literal>case</literal>-Definitionen
haben, wobei es kein Maximum gibt. Eine Aufzählung mit null Fällen ist
zwar syntaktisch gültig, aber ziemlich nutzlos.
</para>
<para>
Für Aufzählungsfälle gelten die gleichen Syntaxregeln wie für jedes Label
in PHP, siehe
<link linkend="language.constants">Konstanten</link>.
</para>
<para>
Standardmäßig werden Fälle intern nicht mit einem skalaren Wert verknüpft.
Das bedeutet, dass <literal>Suit::Hearts</literal> nicht gleich
<literal>"0"</literal> ist. Stattdessen wird jeder Fall mit einem
Singleton-Objekt mit diesem Namen verknüpft. Der folgende Code
veranschaulicht dies:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
$a = Suit::Spades;
$b = Suit::Spades;
$a === $b; // true
$a instanceof Suit; // true
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Es bedeutet auch, dass Enum-Werte niemals <literal>&lt;</literal> oder
<literal>&gt;</literal> sind, da diese Vergleiche bei Objekten keinen Sinn
ergeben. Wenn Enum-Werte auf diese Weise verglichen werden, wird immer
&false; zurückgegeben.
</para>
<para>
Eine solche Art von Fall, der keine zugehörigen Daten enthält, wird als
"Pure Case" (reiner Fall) bezeichnet. Eine Enum, die nur reine Fälle
enthält, wird als "Pure Enum" bezeichnet.
</para>
<para>
Alle Pure Cases werden als Instanzen ihres Enum-Typs implementiert. Der
Enum-Typ wird intern als Klasse dargestellt.
</para>
<para>
Alle Fälle haben die schreibgeschützte Eigenschaft
<literal>name</literal>, die den Namen des Falls selbst angibt, wobei
zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden wird.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
print Suit::Spades->name;
// Gibt "Spades" aus
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Wenn der Name eines Enum-Falls dynamisch ermittelt wird, ist es auch
möglich, die Funktionen <function>defined</function> und
<function>constant</function> zu verwenden, um zu prüfen, ob es den
Enum-Fall gibt, bzw. diesen auszulesen. Davon wird jedoch abgeraten, da
die Verwendung von
<link linkend="language.enumerations.backed">Wertgebundene Aufzählungen (Backed Enums)</link>
die meisten Anwendungsfälle abdecken sollte.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.backed">
<title>Wertgebundene Aufzählungen (Backed Enums)</title>
<para>
Standardmäßig haben Enum-Fälle keine skalare Entsprechung. Es handelt sich
einfach um Singleton-Objekte. In vielen Fällen ist es jedoch auch
notwendig, einen Enum-Fall von einer Datenbank oder einem ähnlichen
Datenspeicher zu lesen und in diese zu schreiben, sodass es sinnvoll ist,
ein intern definiertes skalares (und damit einfach serialisierbares)
Äquivalent zu haben.
</para>
<para>
Um für eine Aufzählung eine skalare Entsprechung zu definieren, wird
folgende Syntax verwendet:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum Suit: string
{
case Hearts = 'H';
case Diamonds = 'D';
case Clubs = 'C';
case Spades = 'S';
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Ein Fall, der eine skalare Entsprechung hat, wird als "Backed Case"
bezeichnet, da er durch einen einfacheren Wert "unterstützt" wird. Eine
Enum, die ausschließlich Backed Cases enthält, wird als "Backed Enum"
bezeichnet. Eine Backed Enum kann nur Backed Cases enthalten. Eine Pure
Enum kann nur Pure Cases enthalten.
</para>
<para>
Eine Backed Enum kann entweder durch den Typ <literal>int</literal> oder
den Typ <literal>string</literal> unterstützt werden, wobei eine gegebene
Aufzählung jeweils nur einen einzigen Typ unterstützt (&dh; der
Vereinigungstyp <literal>int|string</literal> wird nicht unterstützt). Wenn
eine Aufzählung als "skalar äquivalent" gekennzeichnet ist, müssen alle
Fälle eine eindeutige, explizit definierte skalare Entsprechung haben. Es
gibt keine automatisch generierten skalare Entsprechungen (&zb;
fortlaufende Ganzzahlen). Backed Cases müssen eindeutig sein; zwei Backed
Enum Cases dürfen nicht dieselbe skalare Entsprechung haben. Eine Konstante
kann jedoch auf einen Fall verweisen und somit einen Alias erzeugen. Siehe
<link linkend="language.enumerations.constants">Aufzählungskonstanten</link>.
</para>
<para>
Die entsprechenden Werte können konstante skalare Ausdrücke sein.
Vor PHP 8.2.0 mussten die Entsprechungen Literale sein oder literale
Ausdrücke sein.
Das bedeutet, dass Konstanten und Ausdrücke mit Konstanten nicht unterstützt
wurden.
Das heißt, <code>1 + 1</code> war erlaubt, aber <code>1 + SOME_CONST</code>
war nicht erlaubt.
</para>
<para>
Backed Cases haben eine zusätzliche schreibgeschützte Eigenschaft,
<literal>value</literal>, die der in der Definition angegebene Wert ist.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
print Suit::Clubs->value;
// Gibt "C" aus
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Um sicherzustellen, dass die Eigenschaft <literal>value</literal>
schreibgeschützt ist, kann eine Variable nicht als Referenz zugewiesen
werden. Das bedeutet, dass Folgendes einen Fehler auslöst:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
$suit = Suit::Clubs;
$ref = &$suit->value;
// Error: Cannot acquire reference to property Suit::$value
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Backed Enums implementieren die interne Schnittstelle
<interfacename>BackedEnum</interfacename>, die zwei zusätzliche Methoden
zur Verfügung stellt:
</para>
<simplelist>
<member>
<literal>from(int|string): self</literal> akzeptiert einen skalaren Wert
und gibt den entsprechenden Enum-Fall zurück. Wird ein solcher nicht
gefunden, löst das einen <classname>ValueError</classname> aus. Dies ist
vor allem in Fällen nützlich, in denen der eingegebene Wert
vertrauenswürdig ist und ein fehlender Enum-Wert als Fehler angesehen
werden sollte, der die Anwendung abbricht.
</member>
<member>
<literal>tryFrom(int|string): ?self</literal> akzeptiert einen skalaren
Wert und gibt den entsprechenden Enum-Fall zurück. Wenn keiner gefunden
wird, wird <literal>null</literal> zurückgegeben. Dies ist vor allem in
Fällen nützlich, in denen der eingegebene Wert nicht vertrauenswürdig ist
und der Aufrufer seine eigene Fehlerbehandlung oder Logik für
Standardwerte implementieren möchte.
</member>
</simplelist>
<para>
Die Methoden <literal>from()</literal> und <literal>tryFrom()</literal>
folgen den Standardregeln für schwache bzw. starke Typisierung. Bei
schwacher Typisierung ist die Übergabe einer Ganzzahl oder einer
Zeichenkette zulässig und das System wandelt den Wert entsprechend um. Auch
Gleitkommazahlen können übergeben werden und werden dann entsprechend
umgewandelt. Im Modus der strengen Typisierung führt die Übergabe einer
Ganzzahl an <literal>from()</literal> bei einer Enum mit Zeichenketten
(oder umgekehrt) zu einem <classname>TypeError</classname>. Für
Gleitkommazahlen gelten in allen Fällen die gleichen Typisierungsregeln.
Bei allen anderen Typen wird in beiden Modi ein TypeError ausgelöst.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
$record = get_stuff_from_database($id);
print $record['suit'];
$suit = Suit::from($record['suit']);
// Ungültige Daten führen zu einem ValueError:
// "X" is not a valid scalar value for enum "Suit"
print $suit->value;
$suit = Suit::tryFrom('A') ?? Suit::Spades;
// Ungültige Daten ergeben null, also wird stattdessen Suit::Spades verwendet.
print $suit->value;
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Die manuelle Definition der Methoden <literal>cases()</literal> oder
<literal>tryFrom()</literal> führt bei einer Enum zu einem fatalen Fehler.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.methods">
<title>Aufzählungen und Methoden</title>
<para>
Enums (sowohl Pure Enums als auch Backed Enums) können Methoden enthalten
und Schnittstellen implementieren. Wenn eine Enum eine Schnittstelle
implementiert, dann akzeptiert eine Typüberprüfung für diese Schnittstelle
auch alle Fälle dieser Enum.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
interface Colorful
{
public function color(): string;
}
enum Suit implements Colorful
{
case Hearts;
case Diamonds;
case Clubs;
case Spades;
// Erfüllt die Schnittstellenvereinbarung
public function color(): string
{
return match($this) {
Suit::Hearts, Suit::Diamonds => 'Red',
Suit::Clubs, Suit::Spades => 'Black',
};
}
// Nicht Teil der Schnittstelle; das ist OK
public function shape(): string
{
return "Rectangle";
}
}
function paint(Colorful $c)
{
/* ... */
}
paint(Suit::Clubs); // funktioniert
print Suit::Diamonds->shape(); // gibt "Rectangle" aus
?>
]]>
</programlisting>
<para>
In diesem Beispiel haben alle vier Instanzen von <literal>Suit</literal>
zwei Methoden: <literal>color()</literal> und <literal>shape()</literal>.
In Bezug auf den aufrufenden Code und die Überprüfung des Typs verhalten
sie sich genau wie jede andere Objektinstanz.
</para>
<para>
Bei einer Backed Enum erfolgt die Deklaration der Schnittstelle nach der
Deklaration des zugehörigen Typs.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
interface Colorful
{
public function color(): string;
}
enum Suit: string implements Colorful
{
case Hearts = 'H';
case Diamonds = 'D';
case Clubs = 'C';
case Spades = 'S';
// Erfüllt die Schnittstellenvereinbarung
public function color(): string
{
return match($this) {
Suit::Hearts, Suit::Diamonds => 'Red',
Suit::Clubs, Suit::Spades => 'Black',
};
}
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Innerhalb einer Methode wird die Variable <literal>$this</literal>
definiert, die sich auf die Case-Instanz bezieht.
</para>
<para>
Die Methoden können beliebig komplex sein, geben aber in der Praxis
normalerweise einen statischen Wert zurück oder ein &match;
(Übereinstimmung) auf <literal>$this</literal>, um für verschiedene Fälle
verschiedene Ergebnisse zu liefern.
</para>
<para>
In diesem Fall wäre es für die Datenmodellierung besser, auch einen
Enum-Typ <literal>SuitColor</literal> mit den Werten Red und Black zu
definieren und stattdessen diesen zurückzugeben, aber das würde dieses
Beispiel verkomplizieren.
</para>
<para>
Die obige Hierarchie ähnelt logisch der folgenden Klassenstruktur (obwohl
dies nicht der tatsächlich ausgeführte Code ist):
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
interface Colorful
{
public function color(): string;
}
final class Suit implements UnitEnum, Colorful
{
public const Hearts = new self('Hearts');
public const Diamonds = new self('Diamonds');
public const Clubs = new self('Clubs');
public const Spades = new self('Spades');
private function __construct(public readonly string $name) {}
public function color(): string
{
return match($this) {
Suit::Hearts, Suit::Diamonds => 'Red',
Suit::Clubs, Suit::Spades => 'Black',
};
}
public function shape(): string
{
return "Rectangle";
}
public static function cases(): array
{
// Unzulässige Methode, weil bei einer Enum keine benutzerdefinierte case()-Methode erlaubt ist.
// Siehe auch Abschnitt "Werteliste".
}
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Methoden können public, private oder protected sein, wobei private und
protected praktisch gleichwertig sind, da Vererbung nicht erlaubt ist.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.static-methods">
<title>Aufzählungen und statische Methoden</title>
<para>
Enums können auch statische Methoden haben. In der Enum selbst werden
statische Methoden hauptsächlich für alternative Konstruktoren verwendet,
&zb;:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum Size
{
case Small;
case Medium;
case Large;
public static function fromLength(int $cm): self
{
return match(true) {
$cm < 50 => self::Small,
$cm < 100 => self::Medium,
default => self::Large,
};
}
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Statische Methoden können public, private oder protected sein, wobei
private und protected praktisch gleichwertig sind, da Vererbung nicht
erlaubt ist.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.constants">
<title>Aufzählungen und Konstanten</title>
<para>
Enums können Konstanten enthalten, die public, private oder protected sein
können, wobei private und protected praktisch gleichwertig sind, da
Vererbung nicht erlaubt ist.
</para>
<para>
Eine Enum-Konstante kann sich auf einen Enum-Fall beziehen:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum Size
{
case Small;
case Medium;
case Large;
public const Huge = self::Large;
}
?>
]]>
</programlisting>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.traits">
<title>Traits</title>
<para>
Enums können Traits verwenden, die sich dann genauso verhalten wie in
Klassen. Hierbei ist zu beachten, dass die in einer Enum verwendeten Traits
keine Eigenschaften enthalten dürfen, sondern nur Methoden, statische
Methoden und Konstanten. Ein Trait mit Eigenschaften führt zu einem fatalen
Fehler.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
interface Colorful
{
public function color(): string;
}
trait Rectangle
{
public function shape(): string {
return "Rectangle";
}
}
enum Suit implements Colorful
{
use Rectangle;
case Hearts;
case Diamonds;
case Clubs;
case Spades;
public function color(): string
{
return match($this) {
Suit::Hearts, Suit::Diamonds => 'Red',
Suit::Clubs, Suit::Spades => 'Black',
};
}
}
?>
]]>
</programlisting>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.expressions">
<title>Enum-Werte in konstanten Ausdrücken</title>
<para>
Da die Fälle in der Enum selbst als Konstanten dargestellt werden, können
sie in den meisten konstanten Ausdrücken als statische Werte verwendet
werden: als Standardwerte für Eigenschaften, statische Variablen und
Parameter und als globale Werte und Klassenkonstanten. Sie dürfen nicht in
den Werten anderer Enum-Fälle verwendet werden, aber normale Konstanten
können sich auf einen Enum-Fall beziehen.
</para>
<para>
Dagegen sind implizite Aufrufe magischer Methoden wie
<classname>ArrayAccess</classname> in Enums in statischen oder konstanten
Definitionen nicht erlaubt, da nicht absolut garantiert werden kann, dass
der resultierende Wert deterministisch ist oder dass der Methodenaufruf
frei von Seiteneffekten ist. Funktionsaufrufe, Methodenaufrufe und der
Zugriff auf Eigenschaften sind in konstanten Ausdrücken weiterhin nicht
erlaubt.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
// Dies ist eine völlig zulässige Definition einer Enum.
enum Direction implements ArrayAccess
{
case Up;
case Down;
public function offsetExists($offset): bool
{
return false;
}
public function offsetGet($offset): mixed
{
return null;
}
public function offsetSet($offset, $value): void
{
throw new Exception();
}
public function offsetUnset($offset): void
{
throw new Exception();
}
}
class Foo
{
// Dies ist erlaubt.
const DOWN = Direction::Down;
// Dies ist unzulässig, da es nicht deterministisch sein kann.
const UP = Direction::Up['short'];
// Fatal error: Cannot use [] on enums in constant expression
}
// Dies ist völlig zulässig, da es kein konstanter Ausdruck ist.
$x = Direction::Up['short'];
var_dump("\$x is " . var_export($x, true));
$foo = new Foo();
?>
]]>
</programlisting>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.object-differences">
<title>Unterschiede zu Objekten</title>
<para>
Obwohl Enums auf Klassen und Objekten aufgebaut sind, unterstützen sie
nicht alle objektbezogenen Funktionen. Insbesondere dürfen Enum-Fälle
keinen Zustand haben.
</para>
<simplelist>
<member>Konstruktoren und Destruktoren sind nicht erlaubt.</member>
<member>Vererbung wird nicht unterstützt; Enums dürfen weder erweitern noch erweitert werden.</member>
<member>Statische oder Objekteigenschaften sind nicht erlaubt.</member>
<member>Enum-Fälle dürfen nicht geklont werden, weil die Fälle Singleton-Instanzen sein müssen.</member>
<member><link linkend="language.oop5.magic">Magische Methoden</link> sind mit Ausnahme der unten aufgeführten nicht erlaubt.</member>
<member>Enums müssen immer deklariert werden, bevor sie verwendet werden.</member>
</simplelist>
<para>
Folgende Objektfunktionalität ist verfügbar und verhält sich wie bei jedem
anderen Objekt auch:
</para>
<simplelist>
<member>Public, private und protected Methoden.</member>
<member>Public, private und protected statische Methoden.</member>
<member>Public, private, und protected Konstanten.</member>
<member>Enums können eine beliebige Anzahl von Schnittstellen implementieren.</member>
<member>
Zu Enums und Fällen können
<link linkend="language.attributes">Attribute</link> hinzugefügt werden.
Der Zielfilter <constant>TARGET_CLASS</constant> enthält auch die Enums
selbst. Der Zielfilter <constant>TARGET_CLASS_CONST</constant> schließt
die Enum-Fälle ein.
</member>
<member>
Die magischen Methoden <link linkend="object.call">__call</link>,
<link linkend="object.callstatic">__callStatic</link>, und
<link linkend="object.invoke">__invoke</link>
</member>
<member>Die Konstanten <constant>__CLASS__</constant> und <constant>__FUNCTION__</constant> verhalten sich wie üblich.</member>
</simplelist>
<para>
Bei einem Enum-Typ entspricht die magische Konstante
<literal>::class</literal> dem Namen des Typs einschließlich des
Namensraums, genau wie bei einem Objekt. Bei einer Case-Instanz wird die
magische Konstante <literal>::class</literal> ebenfalls nach dem Enum-Typ
ausgewertet, da es sich um eine Instanz dieses Typs handelt.
</para>
<para>
Außerdem dürfen Enum-Fälle nicht direkt mit <literal>new</literal> oder mit
<methodname>ReflectionClass::newInstanceWithoutConstructor</methodname>
instanziiert werden. Beides führt zu einem Fehler.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
$clovers = new Suit();
// Error: Cannot instantiate enum Suit
$horseshoes = (new ReflectionClass(Suit::class))->newInstanceWithoutConstructor()
// Error: Cannot instantiate enum Suit
?>
]]>
</programlisting>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.listing">
<title>Liste mit Werten</title>
<para>
Sowohl Pure Enums als auch Backed Enums implementieren eine interne
Schnittstelle namens <interfacename>UnitEnum</interfacename>.
<literal>UnitEnum</literal> enthält die statische Methode
<literal>cases()</literal>. <literal>cases()</literal> gibt ein gepacktes
Array mit allen definierten Fällen in der Reihenfolge zurück, in der sie
deklariert wurden.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
Suit::cases();
// Produces: [Suit::Hearts, Suit::Diamonds, Suit::Clubs, Suit::Spades]
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Die manuelle Definition der Methode <literal>cases()</literal> führt bei
einer Enum zu einem fatalen Fehler.
</para>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.serialization">
<title>Serialisierung</title>
<para>
Aufzählungen werden anders serialisiert als Objekte. Insbesondere haben sie
einen neuen Serialisierungscode <literal>"E"</literal>, der den Namen des
Enum-Falls angibt. Die Deserialisierungsroutine ist dann in der Lage,
diesen Code zu verwenden, um eine Variable auf den vorhandenen
Singleton-Wert zu setzen. Dadurch ist Folgendes gewährleistet:
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
Suit::Hearts === unserialize(serialize(Suit::Hearts));
print serialize(Suit::Hearts);
// E:11:"Suit:Hearts";
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Wenn bei der Deserialisierung kein Enum und kein Fall gefunden wird, der
mit einem serialisierten Wert übereinstimmt, wird eine Warnung ausgegeben
und &false; zurückgegeben.
</para>
<para>
Wenn eine Pure Enum in JSON serialisiert wird, wird ein Fehler ausgelöst.
Wenn eine Backed Enum in JSON serialisiert wird, wird sie nur durch ihren
skalaren Wert im entsprechenden Typ dargestellt. Das Verhalten von beiden
kann durch die Implementierung von <classname>JsonSerializable</classname>
überschrieben werden.
</para>
<para>
Um Verwechslungen zu vermeiden, unterscheidet sich die Ausgabe bei
<function>print_r</function> leicht von der bei Objekten.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum Foo {
case Bar;
}
enum Baz: int {
case Beep = 5;
}
print_r(Foo::Bar);
print_r(Baz::Beep);
/* Ergibt
Foo Enum (
[name] => Bar
)
Baz Enum:int {
[name] => Beep
[value] => 5
}
*/
?>
]]>
</programlisting>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.object-differences.inheritance">
<title>Warum Enums nicht erweiterbar sind</title>
<simpara>
Klassen haben Vereinbarungen bezüglich ihrer Methoden:
</simpara>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
class A {}
class B extends A {}
function foo(A $a) {}
function bar(B $b) {
foo($b);
}
?>
]]>
</programlisting>
<simpara>
Dieser Code ist typsicher, da B der Vereinbarung von A folgt, und die Magie
der Ko-/Kontra-Varianz sicherstellt, dass bis auf Exceptions alle an die
Methoden gestellten Erwartungen erfüllt werden.
</simpara>
<simpara>
Enums haben Vereinbarungen über ihre Fälle, nicht über ihre Methoden:
</simpara>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum ErrorCode {
case SOMETHING_BROKE;
}
function quux(ErrorCode $errorCode)
{
// Mit diesem Code werden offenbar alle Fälle abgedeckt
match ($errorCode) {
ErrorCode::SOMETHING_BROKE => true,
}
}
?>
]]>
</programlisting>
<simpara>
Die Anweisung &match; in der Funktion <code>quux</code> kann statisch
analysiert werden, um alle Fälle in ErrorCode abzudecken.
</simpara>
<simpara>
Aber angenommen, es wäre erlaubt, Enums zu erweitern:
</simpara>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
// Ein gedankliches Code-Experiment, bei dem Enums nicht final sind.
// Es ist zu beachten, dass dies in PHP nicht funktioniert.
enum MoreErrorCode extends ErrorCode {
case PEBKAC;
}
function fot(MoreErrorCode $errorCode) {
quux($errorCode);
}
fot(MoreErrorCode::PEBKAC);
?>
]]>
</programlisting>
<simpara>
Nach den normalen Vererbungsregeln besteht eine Klasse, die eine andere
Klasse erweitert, die Typprüfung.
</simpara>
<simpara>
Das Problem besteht darin, dass die Anweisung &match; in
<code>quux()</code> nicht mehr alle Fälle abdeckt. Da sie
<code>MoreErrorCode::PEBKAC</code> nicht kennt, löst der Abgleich eine
Exception aus.
</simpara>
<simpara>
Aus diesem Grund sind Enums final und können nicht erweitert werden.
</simpara>
</sect1>
<sect1 xml:id="language.enumerations.examples">
&reftitle.examples;
<para>
<example>
<title>Grundlegende eingeschränkte Werte</title>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum SortOrder
{
case Asc;
case Desc;
}
function query($fields, $filter, SortOrder $order = SortOrder::Asc)
{
/* ... */
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
Die Funktion <literal>query()</literal> kann nun mit der Gewissheit
fortfahren, dass <literal>$order</literal> garantiert entweder
<literal>SortOrder::Asc</literal> oder
<literal>SortOrder::Desc</literal> ist. Jeder andere Wert hätte zu einem
<classname>TypeError</classname> geführt, sodass keine weitere
Fehlerkontrolle oder Prüfung erforderlich ist.
</para>
</example>
</para>
<para>
<example>
<title>Erweiterte exklusive Werte</title>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
enum UserStatus: string
{
case Pending = 'P';
case Active = 'A';
case Suspended = 'S';
case CanceledByUser = 'C';
public function label(): string
{
return match($this) {
self::Pending => 'Pending',
self::Active => 'Active',
self::Suspended => 'Suspended',
self::CanceledByUser => 'Canceled by user',
};
}
}
?>
]]>
</programlisting>
<para>
In diesem Beispiel kann der Status eines Benutzers einer der folgenden
sein: <literal>UserStatus::Pending</literal>,
<literal>UserStatus::Active</literal>,
<literal>UserStatus::Suspended</literal> oder
<literal>UserStatus::CancledByUser</literal>. Eine Funktion kann als
Parameter <literal>UserStatus</literal> angeben und akzeptiert dann nur
diese vier Werte, Punkt.
</para>
<para>
Alle vier Werte haben eine <literal>label()</literal>-Methode, die eine
von Menschen lesbare Zeichenkette zurückgibt. Diese Zeichenkette ist
unabhängig von der skalaren Zeichenkette "machine name", die &zb; in
der Spalte einer Datenbank oder in einem HTML-Auswahlfeld verwendet
werden kann.
</para>
<programlisting role="php">
<![CDATA[
<?php
foreach (UserStatus::cases() as $case) {
printf('<option value="%s">%s</option>\n', $case->value, $case->label());
}
?>
]]>
</programlisting>
</example>
</para>
</sect1>
</chapter>
<!-- Keep this comment at the end of the file
Local variables:
mode: sgml
sgml-omittag:t
sgml-shorttag:t
sgml-minimize-attributes:nil
sgml-always-quote-attributes:t
sgml-indent-step:1
sgml-indent-data:t
indent-tabs-mode:nil
sgml-parent-document:nil
sgml-default-dtd-file:"~/.phpdoc/manual.ced"
sgml-exposed-tags:nil
sgml-local-catalogs:nil
sgml-local-ecat-files:nil
End:
vim600: syn=xml fen fdm=syntax fdl=2 si
vim: et tw=78 syn=sgml
vi: ts=1 sw=1
-->